Brainfood-Challenge
Tag 18

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  Thema: Hast und Ärger

Wer hetzt, der hasst. Und umgekehrt. Wer hetzt, der wird gejagt, von jemandem oder von etwas. Heute sind es meist Termine über Termine, ob berufliche oder private. Jetzt und sofort. Eher besser gestern als heute. Am besten gleichzeitig und nicht nur zwei Dinge. Wir sind Jäger und Gejagte, Hetzer und Gehetzte.


Wie sieht das bei Dir aus? Und wusstest Du, dass das Wort „hetzen“ von seiner Wortgeschichte her mit „hassen“ zu tun hat? Jemanden hetzen bedeutete „jemanden hassen machen“ beziehungsweise „zum Verfolgen bringen“.

Was wir als Auswüchse des modernen Zeitalters wahrnehmen, hat lange Tradition: Seit Menschengedenk gab es die Hetzkampagnen gegen Andersdenkende, gegen Minderheiten, Menschen anderer Religion und Hautfarbe.

Hetze und Hass sind zwei Seiten derselben Medaille. Hetzredner und Hassprediger – ganz gleich welcher politischen und/oder religiösen Zugehörigkeit – brauchen den Anderen als Gegner, den es zu vernichten gilt. Natürlich lässt sich auch mit anderen Mitteln als der Rede hetzen. HetzschriftenHetzplakateHetzsendungen in Rundfunk und Fernsehen waren und sind die Medien, über die sich Hetze verbreiten lässt.

Hetze, die eine wie die andere, tut dem Menschen nicht gut. Trotzdem kann er es nicht lassen mit der Hetze. Zumindest bislang nicht. 


Dabei ist Hetze nicht nur ein Zustand, sie hat gewissermaßen auch ein Gesicht bzw. sie macht etwas mit unseren Gesichtern. Wer gehetzt oder abgehetzt aussieht, sieht nicht gut aus. Da gibt es keinen strahlenden Blick, kein freundliches entspanntes Lächeln. Statt dessen Anspannung. Gehetzte Menschen können nicht stillsitzen, sind rast- und ruhelos, stets auf dem Sprung zum nächsten Ziel.

Nicht ohne Grund gibt es das Wort Hetzjagd auch in übertragener Bedeutung. Vergleichbar dem Wild, das von Hunden gehetzt wird, hecheln die Menschen – wie von unsichtbaren Verfolgern gehetzt – durchs Leben, jagen der Erfüllung von Aufgaben hinterher. Du findest das klingt übertrieben? Es ist aber so, wohl nicht immer und überall, aber erschreckend häufig. Schau' Dich einmal bewusst um in Deinem Umfeld, wie viele Menschen entdeckst Du da, die sehr flachatmig daherkommen und gehetzt ausschauen?


Es wirkt fast so, als ob wir mit aller Gewalt das Wörtchen „jetzt“ noch steigern wollten. Oder fällt Dir ein noch deutlicherer Ausdruck für „sofort“ als „sofort“ ein? Irgendwie kann allein sprachlich betrachtet, die Antwort nur "Nein" lauten. Allerdings findet im täglichen Leben längst etwas statt, das diese beiden Worte (der Fachbegriff lautet: Temporaladverbien) dem Anschein nach überbietet. Die aktuelle Devise heißt: „Alles zu jeder Zeit, jetzt und sofort.“


Und wer sich gehetzt fühlt, der ist auch viel häufiger dabei, sich über alles mögliche aufzuregen und zu ärgern. Das Erstaunliche ist, dass sich viele Menschen tagtäglich über die gleichen Dinge aufregen können. Der indische Life Coach und Motivations Speaker Gaur Gopal Das fragt sich:  "Wir lachen kein zweites Mal über den selben Witz, wieso ärgern wir uns aber immer wieder über die gleichen Probleme?"  Oder wie eine unserer Meditations-Lehrerinnen gerne betont: "Wenn Du dich länger als 15 Sekunden über etwas ärgerst, hat es meistens mit Dir zu tun."

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